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Über Wikis und andere Erscheinungen auf dem langen Weg zur Weltherrschaft

Masse und Klasse

Heute ging auf den Seiten des heise-Magazins “Technology Review” der Artikel über Wikipedia online, der im gedruckten Heft bald nachlesbar sein wird. Mit spannenden Photos von Wikipedianern.

Der Artikel selbst ist nett und flüssig geschrieben, enthält ein paar Zitate von den üblichen Verdächtigen und verweist auf sonstige Einsatzmöglichkeiten von Wikis. Dazu passt auch der Artikel von Mario Sixtus, der gerade in der Stadt der Liebe weilt.

Auf Unternehmensebene könne dies zu neuen Wegen der Produktivität führen. Der Einsatz von Wikis sei dabei nahezu überall möglich: “Ob zur Dokumentation, als Projektplaner oder als Wissensspeicher.”

Als weiteres Beispiel zum Einsatz von Wikis wird die Tante BBC erwähnt. Ob das etwas damit zusammenhängt, daß Jimmy Wales mal dort ein wenig Assimilieru^wConsulting betreiben hat?

Wikipedia ist MySQL-Applikation des Jahres

Wie Angela berichtet, hat MySQL AB die Wikipedia zur MySQL Application of the Year gekürt:

“Wikipedia is the most popular wiki in the world, operating in more than 50 languages. Wikipedia uses MySQL to process more than 200 million queries and 1.2 million updates per day.”

Eigentlich müsste der Preis ja eher an MediaWiki gehen, aber naja. Auch von dieser Stelle mal ein großes Lob an die zahlreichen MediaWiki-Entwickler bzw. Systemadministratoren der Wikipedia (die Übergänge sind fließend), die sich übrigens genau wie die Autoren und alle anderen in der großen Wikimedia-Gemeinschaft gänzlich freiwillig den Buckel krumm machen.

“Für alle, denen DVD nicht offline genug ist”

… hat Directmedia über sein Exposé geschrieben. Wenn ich mir den Erfolg der aktuellen Wikipedia-DVD ansehe, zweifle ich nicht wirklich an den Marktchancen für »Wiki Press«. Hört sich nach bedruckten toten Bäumen an…

Es ist aber weder der von Jimbo Wales erhoffte Ledereinband, noch der von Mathias skizzierte Einbänder – aber das eine schließt das andere ja nicht aus, wir werden sehen. Der Vorschlag orientiert sich eher an dem aus der Community heraus entstandenen Konzept der WikiReader, dürfte aber aufgrund des bestehenden Zugangs zum Buchmarkt deutlich erfolgversprechender sein als die derzeitige Online-Vermarktung.

Auch wenn man von Directmedia offene Kommunikation schon gewohnt ist, finde ich es keineswegs selbstverständlich, solche Planungen ins Netz und zur Diskussion zu stellen – einfach wunderbar!

Wikipedianer treffen sich am Samstag in Frankfurt

Am Samstag ist endlich mal wieder ein Wikipedianer-Treffen in Frankfurt (am Main). Wer auch immer Lust hat, bei Bier, Apfelwein oder Wasser über die Wikipedia, Freies Wissen, Wikis, Wikimania oder die Erringung der Weltherrschaft zu diskutieren, ist herzlich eingeladen, ab 18 Uhr ins kp21 in der Brotfabrik zu kommen. Den Online-Junkies sei übrigens mitgeteilt, dass es dort zwar WLAN gibt, ein RL-Treffen aber eigentlich viel zu schade ist, um dann doch nur via IRC miteinander zu kommunizieren ;-)

Da beim letzten Mal einige meinten, sie wären fast nicht gekommen, weil sie ja nur ganz selten in der Wikipedia aktiv sind: Ihr könnt auch gerne kommen, wenn Ihr die Wikipedia nur passiv nutzt oder einfach mal diese durchgeknallten Typen kennenlernen möchtet, die in ihrer Freizeit das wahnsinnig anmutende Vorhaben verfolgen, eine Enzyklopädie zu erstellen.

Übrigens dürfen wir uns auch diesmal wieder über besondere Gäste freuen: elian kommt aus München und notafish aus Paris. Na dann mal bis Samstag.

ARTE bereichert Wikipedia

Am Samstag sah alles noch so aus, als ob da nur mal wieder jemand im Eifer des Gefechts den Unterschied zwischen GFDL und Public Domain vergessen hatte: Der Fernsehsender ARTE hatte die aus der deutschsprachigen Wikipedia stammenden Artikel Strange Fruit und Billie Holiday auf die eigene Website übernommen und als Quelle jeweils Mirrors der Wikipedia angegeben, ohne auch nur ein Wort über die Autoren oder die Lizenz zu verlieren.

Das wollte Dirk Franke (aka Southpark) so nicht stehen lassen und schrieb eine äußerst freundliche Mail:

“[...] Als einer der Autoren des “Strange Fruit”-Artikels freue ich mich sehr, dass dieser Text es bis auf die Seite von arte-tv geschafft hat. Leider gab es bei den Quellenangaben anscheinend eine kleine Unaufmerksamkeit. [...]“

Wie man in den Wald hineinruft … schleunigst wurde das Problem behoben. Der Hinweis entspricht zwar nicht voll und ganz der Lizenz bzw. den Empfehlungen der Wikipedia, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.

Das Beste kommt aber noch: ARTE hat den Artikel “Strange Fruit” ins Französische übersetzt, so dass der Text über diesen Umweg wohl in Kürze auch die französische Wikipedia bereichern wird. Mehr davon! Und bevor ich es vergesse: Danke, Southpark!

Wikipedia-DVD auf dem Weg zum Massenmarkt?

Wenn man bei Google nach dem Zeitgeist-Begriff Wikipedia sucht, wird es zunehmend bunter. An die News-Ergebnisse habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt, aber jetzt fängt es auch schon in der rechten Spalte an:

Anzeige von weltbild.de auf google.de

Bemerkenswert ist das nicht nur, weil das meines Wissens die erste richtige Werbung im Zusammenhang mit der Wikipedia ist, sondern auch weil das werbende Unternehmen nicht gerade dafür bekannt ist, bevorzugt Geeks anzusprechen. Kein geringerer als die Verlagsgruppe Weltbild GmbH, nach eigenen Angaben Online-Medienhändler Nr. 1, bewirbt hier die aktuelle DVD-Ausgabe der Wikipedia. Und das nicht nur bei Google, sondern auch auf der Startseite von weltbild.de.

Jetzt fehlt nur noch, dass sie die DVD demnächst in ihren Katalog aufnehmen. Aber auch unabhängig davon könnte ich mir vorstellen, dass Directmedia eher früher als später den dritten Auftrag ans Presswerk gibt… Langsam wird mir das unheimlich.

Neues Spielzeug für Enzyklopädisten: Wikiweise

Dass uns Uli schon länger das eine oder andere Problem mit der real existierenden Wikipedia hat, dürfte zumindest einigermaßen aktiven Benutzern nicht verborgen geblieben sein. Nachdem er monatelang an seinem Fork gearbeitet hat – und in dieser Zeit keine Gelegenheit ausließ, den weiterhin aktiven Wikipedianern mit der Vorhersage des nahenden Untergangs der Wikipedia die Aussichtslosigkeit ihres Handelns einzureden – darf man sich nun endlich davon überzeugen, dass es sich nicht um Vaporware handelt:

Wikiweise heißt das Kind. Den Namen finde ich nicht wirklich berauschend, zumal er mir auch im Widerspruch zu Ulis Haltung zu stehen scheint. War er es nicht, der stets betonte, dass das Wiki nur ein Werkzeug sei, um das Ziel einer freien Enzyklopädie zu erreichen und dass man im Zweifel auch bereit sein müsse, sich vom Wiki-Prinzip zu trennen, um das Ziel zu erreichen? Anhänger der reinen Wiki-Lehre würden sich vermutlich ohnehin weigern, ein Projekt mit Registrierungs- und Realnamen-Pflicht überhaupt als Wiki zu bezeichnen. Aber das nur am Rande.

Erik Möller, wie Uli ein langjähriger Wikipedia-Aktivist, bietet in seinem Telepolis-Artikel Der Stein der Wikis einige Hintergrundinfos und eine treffende Einordnung des Forks:

“Tatsächlich sind Wikiweise wohl größere Erfolgsaussichten beschieden als den meisten anderen Forks - schon allein aufgrund der Leidenschaft am Schreiben, die Ulrich Fuchs bei Wikipedia unter Beweis gestellt hat, und dem nicht unerheblichen Respekt in der Gemeinde, den er sich, trotz häufiger Konflikte, so erworben hat.”

Die Chancen wären wohl noch größer, wenn Ulrich durch seine insbesondere in den letzten Monaten an den Tag gelegte unnachahmlich unversöhnliche Art nicht einige potentielle Mitstreiter vergrault hätte. Andererseits: wenn Uli nicht so ein Sturkopf wäre, gäbe es diesen Fork vermutlich garnicht.

“Ein Schaden entsteht Wikipedia durch das neue Projekt nur bedingt, da Inhalte dank der freien Lizenz beliebig rückkopiert werden können.”

Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Vielleicht bringt dieser Fork ja auch neue Erkenntnisse und motiviert einige Wikipedianer – vor allem solche, die es bleiben wollen – dazu, mal einige eingefahrene Arbeits- und Denkweisen zu hinterfragen.

In diesem Sinne wünsche ich Uli und den anderen Wikiweisen viel Spaß mit Eurem neuen Spielzeug (ist nicht bös’ gemeint, aber ich konnte mir dieses Zitat von Ulis Benutzerseite in der Wikipedia einfach nicht verkneifen) – vielleicht mache ich demnächst auch mal einen Abstecher.

Grüne finden die Wikipedia jetzt auch ganz offiziell toll

Unter dem Titel Unser Land gerecht erneuern haben Bündnis90/Die Grünen heute auf ihrem Länderrat (aka kleiner Parteitag) in Gelsenkirchen unter anderem beschlossen:

Staatlich finanzierte Forschungsergebnisse, öffentliche Dokumente und Daten von Bund, Ländern und Kommunen sowie öffentlich-rechtlich finanzierte Informationsinhalte müssen so frei wie möglich lizenziert werden.

Das Thema wurde übrigens auch kürzlich von einigen Wikimedianern in Berlin mit Abgeordneten der SPD und Mitarbeitern der Bundestagsverwaltung erörtert.

Es ist zwar nicht wirklich neu, dass sich die Grünen für eine freie Digitalkultur engagieren, aber schön ist es trotzdem, sowas in einem Leitantrag lesen zu dürfen. Zumal auch diesmal wieder explizit die Wikipedia genannt wird:

Wir unterstützen neue Modelle und Initiativen zu einer möglichst weiten Verbreitung von Wissen und Schaffung kreativer Leistungen wie Open Access, Freie Software, die Online-Enzyklopädie Wikipedia, Creative Commons oder Open Standards.

Sehr nett :-) Mal schauen, wieviel von diesem hehren Ziel im harten politischen Alltag übrig bleibt bzw. durchsetzbar ist. Beim Marsch durch die Institutionen hat ja schon so manche Vision etwas an Kontur verloren… Aber ein ordentlicher Anfang ist das allemal.

via netzpolitik.org

Directmedia liefert DVD aus [2xUPDATE]

Heute haben in zwei Pressemitteilungen Wikipedia und directmedia publishing die Auslieferung der zweiten Offline-Version der deutschsprachigen Wikipedia bekanntgegeben.

In wenigen Tagen werden auch die Dateien zum Selbstbrennen verfügbar sein. Gerne sind noch Besitzer von größeren FTP-Servern mit entsprechender Bandbreite und einem großen Herz für Wikipedia gesucht, die beim Verteilen der Dateien helfen. Mails an info@wikipedia.de mit dem Subject “Wikipedia-DVD-mirror” sind gerne gesehen.

Update (6. April, 22.36 Uhr): Amazon.de-Verkaufsrang 2! Weckt mich jemand auf, wenn wir das Wiso-Sparbuch überholt haben? — akl

Update (7. April, 12.50 Uhr): Amazon.de-Verkaufsrang 1! Dank an Marco Krohn fürs Wecken — akl

Wikipedia im Website-Ranking erstmals in den Top 100

Die Wikipedia hat es, zumindest nach einer Statistik von alexa, diese Woche erstmals unter die Top 100 aller Websites geschafft. Zeitgleich wurde auf der englischsprachigen Wikipedia der 500.000 Artikel veröffentlicht.