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ARTE bereichert Wikipedia

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Am Samstag sah alles noch so aus, als ob da nur mal wieder jemand im Eifer des Gefechts den Unterschied zwischen GFDL und Public Domain vergessen hatte: Der Fernsehsender ARTE hatte die aus der deutschsprachigen Wikipedia stammenden Artikel Strange Fruit und Billie Holiday auf die eigene Website übernommen und als Quelle jeweils Mirrors der Wikipedia angegeben, ohne auch nur ein Wort über die Autoren oder die Lizenz zu verlieren.

Das wollte Dirk Franke (aka Southpark) so nicht stehen lassen und schrieb eine äußerst freundliche Mail:

„[…] Als einer der Autoren des „Strange Fruit“-Artikels freue ich mich sehr, dass dieser Text es bis auf die Seite von arte-tv geschafft hat. Leider gab es bei den Quellenangaben anscheinend eine kleine Unaufmerksamkeit. […]“

Wie man in den Wald hineinruft … schleunigst wurde das Problem behoben. Der Hinweis entspricht zwar nicht voll und ganz der Lizenz bzw. den Empfehlungen der Wikipedia, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.

Das Beste kommt aber noch: ARTE hat den Artikel „Strange Fruit“ ins Französische übersetzt, so dass der Text über diesen Umweg wohl in Kürze auch die französische Wikipedia bereichern wird. Mehr davon! Und bevor ich es vergesse: Danke, Southpark!

Autor: Arne Klempert

Domestizierter Nerd. Wikimedia Veteran. Digital Strategist.

3 Kommentare

  1. Pingback: die erste Reihe

  2. Äh, stehen Übersetzungen eines GNU-FDL-Artikels denn auch unter der GNU-FDL? Oder handelt es sich dabei nicht vielmehr um eine komplette Umformulierung des Textes, an dem der neue Urheber ein eigenes Urheberrecht besitzt? Geschützt (und damit unter GNU-FDL freigegeben) sind schließlich nur die Formulierungen, nicht die Fakten. Wer die Fakten als Grundlage nimmt, aber vollständig umformuliert, ist nicht an die Wikipedia-Lizenz gebunden. Oder?

  3. Übersetzungen gelten üblicherweise als Bearbeitung eines Werkes und nicht als neues Werk. Insofern ist auch in diesem Fall die GFDL zu beachten.

    Ein lexikalischer Text wird in aller Regel durch seine Struktur, die Auswahl und Gewichtung von Fakten und durch konkrete Formulierungen zu einem Werk. Wenn die Schöpfungshöhe in den Bereichen Struktur und Gewichtung ausreichend hoch ist, kann das Urheberrecht also durch bloße Umformulierung nicht umgangen werden.

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