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Offener Brief einiger Wikipedianer an SpOn

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Spiegel Online lernt dazu. Beim letzten Fall hatte man die Übernahme von Wikipedia-Inhalten ohne Nennung und Beachtung der GFDL noch versucht, durch den Satz Weitere Erklärungen von Firmennamen finden Sie in der englischen Ausgabe der Web-Enzyklopädie Wikipedia zu heilen. Diesmal entfernte die Redaktion den ganzen Artikel und ersetzte ihn durch eine lesenswerte Entschuldigung. Hält sich Spiegel Online vielleicht schon beim nächsten Mal gleich an die Lizenz? Diese Hoffnung haben zumindest einige aktive Wikipedianer, die mit einem Offenen Brief auf die Entschuldigung reagieren.

Sehr geehrter Herr Müller von Blumencron,
liebe Chefredaktion von Spiegel Online,

wir, Nutzerinnen und Nutzer aus der deutschsprachigen Wikipedia, sind positiv überrascht und erfreut über den Text „Bedauerlicher Fehler bei SPIEGEL ONLINE„. Wir begrüßen den offenen Umgang von Spiegel Online mit der Problematik um den Hintergrund-Artikel, der dort bis vorgestern gestanden hat. Dieser offene Brief soll frei sein von Häme und Spott, sondern unsere Zufriedenheit vermitteln, dass Spiegel Online hier klare Worte gefunden hat.

Wie Sie wissen, hätte mit der kurzen Quellenangabe der Text problemlos auf spiegel.de stehen können, auch mit den Modifikationen aus Ihrem Hause. Diesen Weg wählte bereits mehrfach die Nachrichtenagentur ddp, die bei aktuellen Debatten Inhalte aus der Wikipedia als Hintergrund-Text über die Leitungen schickt. Der Herkunftsnachweis ist nicht
dramatisch länger als „Peter Zschunke, AP“, wie er unter einigen Texten auf spiegel.de zu finden ist. Es ist uns allerdings durchaus bewusst, dass ein solches Procedere aus Sicht von klassischen Medien nicht wirklich naheliegend erscheint. Insofern möchten wir Sie zwar dazu einladen, Sie aber nicht bedrängen.

Dass Spiegel Online Wikipedia-Inhalte nutzt, ist an sich eine großartige Nachricht, denn genau für diesen Zweck wurden sie geschrieben. Dieser Brief ist auch die ehrliche Einladung, auch künftig auf den Leistungen der Wikipedianer aufzubauen. Ein derartiges Beispiel ist die intensive Nutzung der Wikipedia für Hintergrundinformationen zu den Artikeln des Onlineangebotes der Rhein-Zeitung.

Spiegel Online und das Spiegel Magazin haben die Entwicklung der Wikipedia seit einiger Zeit wohlwollend und recht detailliert begleitet. Neue Autorinnen und Autoren fanden so den Weg zu uns. Engagierte Medien haben dazu beigetragen, daß wir heute dort stehen, wo wir sind.

Der deutsche Wikimedia-Verein als Förderverein der Wikimedia-Projekte steht Ihnen jederzeit zur Verfügung und wir würden uns über ein Gespräch freuen, da wir glauben, dass dies die Abläufe verbessern könnte, sollte wieder einmal Unklarheit über einen Text herrschen, der auf einer unserer beiden Seiten auftaucht.

Mit freundlichen Grüßen,

Mathias Schindler, Bdk, JensMueller, Unscheinbar, Avatar, akl, southpark, Leon, Arnomane, Kurt Jansson, APPER, Fantasy, tsor, darina, finanzer, da didi, Perrak, vurt, Filzstift, Magnus Manske

Autor: Arne Klempert

Domestizierter Nerd. Wikimedia Veteran. Digital Strategist.

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